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FU-Zeitung: Nicht zurückbleiben, jetzt einsteigen!

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Es ist soweit: Eine Gruppe von Studierenden will an der Freien Universität eine studentische Zeitung aufbauen!

Die Idee geht auf die Macher der OSI-Zeitung zurück. Wir, die am Silberlaube-Blog schreiben und gestalten, haben uns sofort angeschlossen. “FU-Zeitung” ist der Arbeitstitel (und weil das immer gleich alle fragen: nein, sie wird nicht FUZ heissen; das könnte man mit der FAZ verwechseln).

Jetzt sind wir auf der Suche nach weiteren Interessierten. Gehörst Du dazu? Hier erfährst Du mehr!

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June 21, 2008. K-Strasse. No Comments.
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Allergische Reaktionen auf Keitel-Kraut

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Überschwemmung in der Mensa. Der Nachrichtenüberblick:

Laut Wissenschaftlern der Freien Universität geht es Heuschnupfen-Allergikern in Deutschland so schlecht wie nie zuvor, und «allergische Reaktionen» attestiert die Liberale Hochschulgruppe auch dem Präsidium der FU: «Das Präsidium dreht durch. Paranoia und taktische Spielchen. Militärischer Dreiklang: Tarnen - Täuschen - Vernichten.» Auslöser der allergischen Reaktionen: Ambrosia (ein Kraut) und Mathias Bartelt (ein Student). Letzterer hatte den «Studienerfolgsbericht» der FU heimlich veröffentlicht. Deshalb will ihn das Präsidium nicht in der «Kommission für Lehre» (KfL). Die Stadt Berlin rät, Ambrosia-Pflanzen noch vor der Blüte zu verklagen und Vizepräsidentin Keitel-Kreidt soll Bartelt gedroht haben, ihn auch ausreissen und «über den Hausmüll entsorgen» zu können. Moment. Da ist etwas durcheinander geraten. Umgekehrt natürlich: Die Stadt Berlin rät, Keitel-Kreidt, ne, schon wieder verkehrt: Kreitel-Kraut auszureissen, und Vizepräsidentin Ambrosia Keitel soll Mathias Bartel gedroht haben, ihn zu verklagen, weil er den «Studienerfolgsbericht» über den Hausmüll entsorgt hatte. Irgendwas stimmt hier nicht. Dem Autor dieser Zeilen geraten gerade die Begriffe durcheinander und die geplante «Superuni» von Bildungssenator Zöllner soll fortan «Superstiftung» heissen, sollte schon immer eine Stiftung werden werden, wurde aber Uni genannt.

Am Dienstag, 17. Juni 2008, findet im Ford-Bau die Firmenkontaktmesse «Get2gether» statt. Unter anderem wird ein Vertreter der «Nummer 3 unter den Drogerieketten in der Bundesrepublik» einen Vortrag halten. Mittelinitialenträger Manuel J. Hartung wird ebenfalls am Dienstag, allerdings an der Humboldt-Universität, darüber diskutieren, «wie Elite» man sein müsse. Jugendliche Repräsentanten der, gemäss Wikipedia, «größten Religion der Erde» haben vergangene Woche in der Mensa zum Filmfestival «La Busqueda» – zu Deutsch: Die Suche – eingeladen. In Steglitz. In einer Wohnung. Bitte klingeln bei Keltner!

Ein Graffitimaler namens Toons aus L. A. hatte einmal behauptet: «If you want to know what’s going on with a city, look at the writing on the wall: you can tell what skill level and what social problems are happening, what’s going on with the youth.» So yeah, hier in unserer Ecke, wo wir Abends in die U-Bahn steigen, also in Dahlem Dorf, da stand bis vor kurzem ARTKSEL, RTKESL oder so was ähnliches. Und jetzt? Was ging hier ab mit der Jugend? Dann wurde der Text übermalt. Mittlerweile hat jemand mit Kreide auf den Boden ein Herz gezeichnet und LENZEN rein geschrieben. Und jetzt? Wie ist es um unsere Skill levels und Social problems bestellt? (mf)

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June 14, 2008. K-Strasse. 1 Comment.
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Schwebender Glatzkopf wegen Umbauarbeiten von Tollhaus am Boden

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Bild: Ernst Fraenkels Kopf, Wartehalle Kennedy-Institut.

Ein ereignisarmer Nachrichtenüberblick aus dem fensterlosen Flur des Kennedy-Instituts: «Wartest Du auch?» hatte ich eine Kommilitonin, die bereits im Neonlicht Platz genommen hatte, gefragt. Frau Ha sei noch nicht da, antwortete sie. Sie habe bereits geklopft.

Peter Schneider spricht am Freitag, 6. Juni, im Ethnologischen Museum Dahlem über sein neustes Buch Rebellion und Wahn. Als Student hatte er an der FU, im Rahmen einer Rebellion, eine legendäre Rede gehalten: «Wenn wir bei unserem Professor in der Vorlesung waren, dann haben wir ihm nicht auf die Finger gesehen, wenn wir uns von ihm prüfen ließen, dann haben wir ihm nicht ins Gesicht gesehen, wenn wir im Klo neben ihm standen, dann haben wir ihm nicht auf den Schwanz gesehen. Wir wollen es das nächste Mal tun.» Und dann sagte er noch: «Da [das heisst: nicht auf dem Klo, sonst wo] sind wir auf den Gedanken gekommen, daß wir erst den Rasen zerstören müssen, bevor wir die Lügen über Vietnam zerstören können, […] daß wir erst die Hausordnung brechen müssen, bevor wir die Universitätsordnung brechen können.» Wenig später soll der gute alte Ernst Fraenkel, Gründer des Kennedy-Instituts, die Freie Universität als «Tollhaus» und das Otto-Suhr-Institut als «Sonderabteilung für die unheilbaren Fälle» bezeichnet haben. Heute berichtet die «Welt», dass die FU eine Grossbaustelle ist und einen dreistelligen Millionenbetrag in Bauprojekte investiert. Wegen Umbauarbeiten liegt auch Fraenkels Kopf am Boden. Die künstlerische Pointe dieses Kopfs war bislang, dass er über einem Marmorsockel schwebte; solange man ihn nicht wie auf der Toilette von der Seite betrachtete.

Das ZDF produziert einen Spielfilm über Rudi Dutschke. Peter Schneider zufolge kannte Dutschke weder Ironie, noch hatte er Humor. Shepard Stone, Förderer der FU in ihrer Anfangsphase, meinte einmal über die Kompromisslosigkeit der Berliner Studentenführer: «Woher kam 68? Aus Berkeley, California! Es kam nicht aus der Freien Universität Berlin. Sie haben es übernommen und zwar in guter deutscher Weise. Gründlich.» Für alle nicht-gründlichen Nicht-Deutschen an unserer Universität veranstaltet das AusländerInnen-Referat am Montag, 9. Juni, ab 16:00 Uhr im AStA-Garten eine Grillparty.

«Wir warten bestimmt schon 30 Minuten!» empörte ich mich (Ausländer und Schweizer), als Frau Ha noch immer nicht da war. Bereits dachte ich ans Zerstören des braunen Teppichs und des Heizkörpers, der in diesem Flur schon fast barock wirkte. Da bin ich jedoch auf den Gedanken gekommen, dass ich mit meiner Faust einfach mal ganz unauffällig an die Tür klopfen könnte, bevor ich mit ihr das ganze Haus zerschlage. Und das tat ich und hörte Frau Ha rufen: «Herein!»

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June 4, 2008. K-Strasse. No Comments.
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Sich gut anfühlende Nachrichten aus Woche 22

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Bild: «Taking a break from promoting a video game among fellow students in which one could play Rudi Dutschke at the Free University of Berlin.» (Dahlem 2008)

186 FirstClass-Suiten sowie eine «active-Lounge» für Fitness und Wellness wird «The Dahlem Cube» – ein neues Hotel auf dem Campus der Freien Universität – ab 2009 anbieten. Beim Richtfest soll sich ein geladener Gast in ein exemplarisch ausgestattetes Hotelzimmer gelegt und entspannt zu seiner Frau gesagt habe: «Go fuck yourself!» Als «Wellness-Aktivismus» hat FUwatch das Protest-Camp der letzten Wochen bezeichnet. Die Aussenwirkung des Protests habe «hart gegen Null» tendiert. Was in Zahlen so was wie 0,00002941 wäre, also einer von 34 000 (wobei dann ich dieser eine gewesen sein könnte, da ich das Camp eigentlich ganz nett fand, an dieser Stelle aber gestehen muss, im trüben Abwaschwasser mein schmutziges Volxküchen-Töpfchen einfach so versenkt zu haben). Die Berliner Volksbank soll an der Langen Nacht der Wissenschaft zu einem «Erholungspark … mit bequemen Liegestühlen und kühlen Erfrischungen» umfunktionieret werden. Das Gebäude wird zu diesem Zweck illuminiert. Der Fachbereich Veterinärmedizin wird «eine fantastische Reise durch den Kosmos des Tierkörpers» anbieten und Sternekoch Matthias Buchholz in der Mensa II eine «Mensa-Küchenparty» veranstalten. Auf dem Dach der Mensa soll demnächst eine Solaranlage installiert werden, finanziert durch Darlehen von Studierenden. Rapper Tapete rief an der Protestwoche zum Schwarzfahren auf und realisierte zum Ende seines Songs, dass seine Zuschauer alle ein Semesterticket haben. Der AStA FU hat ein Foto publik gemacht, auf dem zu erkennen ist, dass Polizisten Schlagstöcke tragen, und in einem Gespräch mit Talkshow-Moderatorin Maybrit Illner soll über die Frage diskutieren werden, ob die Republik durch Talkshows noch zerredet werde. Die neue Ausgabe der UnAuf berichtet von der Geschichtsstudentin Jana, die seit acht Monaten nach ihrem Gegenüber in der U-Bahn sucht. Mein Nachbar hat seines am Wochenende endlich gefunden; nachdem er in meine Wohnung gebohrt hatte. Wir tauschen jetzt freundschaftlich Salzstangen aus.

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May 29, 2008. K-Strasse. No Comments.
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Ehrendoktor Reich-Ranicki spielt Ego-Talker Dutschke durch Henry-Ford-Bau*

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Ein Nachrichtenüberblick von und mit
B. A. M. Fischer und David Goldwich

Die «Aktionswoche» des laufenden Protestsemester neigt sich dem Ende entgegen. Ein Aktionsplenum forderte den Rücktritt von Präsident Dieter Lenzen und «Lenzen du Schweinesau» hatte ein Unbekannter auf ein Unigebäude gesprüht. Aus Protest gegen Lenzen, Sexismus und Rassismus haben Studierende im Innenhof der Silberlaube ein Camp errichtet. In der Mensa hat die Grüne Bundestagsfraktion ein Sofa aufgebaut, um zu diskutieren, wie Zugangshürden zur Hochschule eingerissen werden könnten. Daraufhin wurde das Sofa, ebenfalls von «Studierenden», gekapert und aufs Dach verlegt. Wegen Afghanistan. Man sehe keine gemeinsame Diskussionsgrundlage mit den Grünen.

«Grandios programmiert und hocherotisch!» wird Marcel Reich-Ranicki, Ehrendoktor der Freien Universität, auf der Hülle eines Computerspiels zitiert, mit dem man angeblich Rudi Dutschke an der Freien Universität spielen kann. Die Hülle kursiert zur Zeit, ohne dazugehörige DVD, an der Universität. Das Gütesiegel Elke Heidenreich lässt sich darauf zitieren, sie habe das Spiel «unheimlich gern gespielt». Ebenso scheint die Bundeszentrale für politische Bildung von der demokratisierenden Wirkung des Ego-Talkers überzeugt zu sein. «Ein wichtiges Spiel», urteilt sie und stellt es auf Platz 2 ihrer Liste der 36 Computerspiele, die jeder Deutsche Staatsbürger gespielt haben sollte. Noch vor Soltaire (Platz 18) und Minesweeper (Platz 22). Harold Kluge, Professor an der Freien Universität, hatte einst Klage gegen den Hersteller erwogen, wegen Geschichtsverzerrung und Gewaltverherrlichung. Anstatt aus dem Fenster des Erdgeschoss wird Professor Schwan, damals verheiratet mit Gesine Schwan, die für das Amt des Bundespräsidenten kandidieren möchte, aus dem dritten Stock geworfen. Kluge hat das Spiel in der Zwischenzeit «ausgedruckt und durchgelesen» und ist zum Schluss gekommen: «Es hat Fehler!» Einer Zeitzeugin zufolge soll Dutschke nie mit einem Klavier mit der U-Bahn zur Universität gefahren sein.

Eine Rede Richard Löwenthals, zu Dutschkes Zeiten ebenfalls Professor an der Freien Universität, soll sich auch in Dokumentation zur Freien Universität befinden. Götz Aly hatte das Gegenteil behauptet, weil die FU-Dokumentationen von ehemaligen Linksradikalen zusammengestellt worden seien. Trotz dieser Fehler bringe die Bundeszentrale für politische Bildung Alys Buch in Umlauf, bemängelt die Frankfurter Rundschau.

Die Universität Greifswald hat einem ihrer Studenten verboten, unter «Uni-Greifswald-Blog.de» über die Uni Greifswald zu bloggen. Mit dem Inhalt habe diese Entscheidung nichts zu tun. Niklas Fichtenberg, der bei FUwatch über die Freie Universität bloggt, soll «leichte daß/das-schwächen» haben, die jedoch nicht annähernd so stark seien wie jene in einem Beitrag des Berliner Bündnis für Freie Bildung.

*Disclaimer: Silberlaube.de ist ein satirisches Blog.

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May 22, 2008. K-Strasse. No Comments.
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