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1980-83: Eine wertlose Generation
Hier und hier entsteht zur Zeit eine Serie über mich und andere «Early Eighties», die Generation der Jahrgänge 1980-83.
Um es vorweg zu nehmen: Ich schliesse in diesem Beitrag von mir auf andere. Aber das ist bei einem «Talking about our Generation» leider nicht anders möglich.
Zwischen meinem Geburtsjahr 1983 bis zum Kriegsjahr 1991 gab es die Welt noch nicht. Die Welt war lediglich das, was gerade um mich herum war. Mal war sie eine Scheibe, unser Mittagstisch, mal ein Kubus, mein Zimmer, aber meistens war sie nur eine Kugel, mein Kopf.
Vom «Weltgeschehen» bekam ich in dieser Zeit nichts mit. Ich habe absolut keine, nicht die schwächste Erinnerung an den Mauerfall 1989 (ich wuchs in der Schweiz auf). Das erste weltpolitische Ereignis, das ich, wenn auch nur in einem oder zwei Bildern, wahrgenommen habe, war der zweite Golfkrieg 1991. Mit Sicherheit hatten meine Eltern beim Mittagessen auch über den Mauerfall diskutiert. Aber wahrscheinlich drehten meine Gedanken in diesem Moment gerade ihre Runden um den Tisch oder beschäftigten sich mit dem Essen.
Mit anderen Worten: Ich – und nicht nur ich! – begann die Welt in dem Moment wahrzunehmen, als es nur noch eine, unumstrittene Weltmacht gab. Und ich glaube, dass dies sehr prägend war.
Wie genau wir von dieser neuen, sehr einseitigen Welt geprägt wurden, darüber bin ich mir noch nicht ganz im klaren. Vielleicht haben meine Beobachtungen nichts miteinander zu tun, aber etwas ist dennoch auffallend an unserer Generation:
Wir sind eine wertlose Generation. Ich meine damit nicht «wertlos». Ich meine damit eine Generation ohne fixe Werte. Wir glauben an keinen Gott. Aber auch an den Atheismus glauben wir nicht. Wir machen, was wir machen wollen. Aber was wir wollen, würden wir gerne wissen. Wir haben kein Bild unserer Zukunft. Aber deshalb haben wir nicht gleich «No Future» zu unserer sicheren Zukunft erklärt. Voreilig wirft man uns nun vor, uns sei alles egal. Aber auch das wäre ein Wert. Und auch von diesem halten wir nichts.
Ich werde den Verdacht nicht los, dass dies etwas mit der besonderen Welt zu tun hat, in der wir seit 1991 aufgewachsen sind.
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