Uncategorized
Wie dieser Faden an der Türklinke… autsch.
Man kann es nur immer und immer wieder wiederholen: Macht regelmässig ein Backup eurer Daten!!! (Einer der wenigen Sätze, hinter denen dieses widerliche 3-fach-Ausrufezeichen wirklich angebracht ist!)
Hieran hing offenbar soeben noch eine Dissertation, wie die FU TU-Doktorandin (siehe Kommentar) und Bleistift und Notiz-Blog-Autorin berichtet:

[Gibt es ein Symbol, mit dem man Schaudern ausdrücken kann? Dann bitte hier platzieren.] Brrrr…. tut das Bild nicht einfach nur weh?
Und dann sieht es auch noch so aus wie der Faden, an dem man kleinen Kindern die Milchzähne ausreisst.
Zwar ist streng genommen nur das tägliche Abgleichen seiner Daten mit einem Server in einem Bunker auf der anderen Seite des Globus ein Backup. Zumindest eine externe Festplatte sowie eine Software, die automatisch regelmässig ein Backup durchführt, sollte sich aber jeder zutun (Mac-Usern empfehle ich übrigens das Programm Synk Standard, auf das es auch sehr grosszügige Studentenrabatte gibt). Schliesslich sind auch Aushänge wie dieser hier keine Seltenheit in Berlin.
Artikel drucken
Herrfischer
Dieter Lenzen Fanclub, unverstanden

(Bond-Gegenspieler)*
Ein Rätsel, das ich bis heute nicht verstanden habe:
Da ist diese Figur, Univ.-Prof. Dieter Lenzen, Präsident der Freien Universität Berlin. Unverkennbarer Charakterkopf mit Glatze, der noch dazu, wann immer möglich, einen Stehkragen trägt. Wirkt in dieser Montur so kompakt wie ein Monolith. War ausserdem Deutschlands jüngster Hochschullehrer und hält heute Reden über die Zukunft seiner Universität, bei denen man sich im Nachhinein nicht mehr sicher ist, ob sie auf Englisch oder Deutsch gehalten worden waren, weil «Exzellenz», «excellence», «exzellent» und «excellent» ununterscheidbar gleich klingen und die Ansprache aus keinen weiteren – how do you say? – Catchwords bestand.
Er erinnert mich immer irgendwie an Ernst Stavro Blofeld, diesen bittersüss bornierten Gegenspieler von James Bond, in dessen Gedankenwelt einzudringen so unmöglich scheint wie das Eindringen eines Nicht-James-Bond in seinen Vulkan. Man stelle sich einmal mich (Nicht-James-Bond) in der Rolle Bonds vor, der mit seinem Helikopter auf Blofelds neuem HQ landet, einem kugeligen Gebilde auf dem Campus unserer Universität. Freilich begleitete vom Fernsehorchester des SWR. Der dann mit Magneten an Händen und Füssen die Wand runter krabbelt bis an den Hautansatz dieses Furunkel, durch eine der Lüftungsluken in das Bauwerk eindringt, sich durch die Stahlkonstruktion nach ganz oben kämpft und sich endlich in die Schaltzentrale des Bösen abseilt. (Ich weiss: da wäre auch eine Drehtür zur Philologischen Bibliothek und sie hat bis 22 Uhr geöffnet; aber diesen Helikopter und die Magnetschuhe, das musste ich einfach einmal ausprobieren…) Und hier würde sich dann wieder diese welthistorische Schlüsselszene ereignen, in der das ultimativ Heroische (einfach mal gespielt von mir) auf das ultimativ Böse (auf dem Sessel, wo normalerweise die Bibliothekarin sitzt) trifft und das Böse (mit Katze) dem Heroischen (mir) in einem einzigen Satz seine (eigentlich!) nicht mehr aufzuhaltenden Pläne offenbart. So im Stil von dass das Böse sagt: «Willkommen an der Freien Universität Mister Bond!» und ich erstaunt erwidere: «Blofeld!» Darauf das Böse unbeeindruckt fortfährt: «Darf ich vorstellen Mister Bond: Die Internationale Netzwerk-Universität!» Darauf ich (als ob den Plan sofort durchschaut) mit «Genial» antworte und das Böse umgehend korrigiert: «Exzellent!» Da wären wir also wieder. Nicht die Sorte Dialog, bei der Filmkritiker sagen würden: «Brillant!» Und ja: Auch ich verstehe den verborgenen Sinn oder Subtext solche Dialoge nicht.
Aber was ich in dieser Szene noch viel weniger verstehe: Wie um alles in der Welt ist es eigentlich möglich, trotz wiederholter Versuche, auf diesen politischen Exzentriker Blofeld keine Satire zu Stande zu bringen, die über die dröge Pointe «Ernst Blofeld ist unser Held» hinaus kommt?! Zugestanden: Ich versteh auch nicht, wie man die Resultate einer Prüfung kennen und trotzdem durchsegeln kann. Verstehe ich einfach den Humor an der Freien Universität nicht?
Bevor das Heroische also gleich die Philologische Bibliothek sprengen und in letzter Sekunde (also gegen 21:59:59 Uhr) durch die Drehtür entwischen wird, schaut doch zu, liebe Leute vom angeblich satirischen «Dieter Lenzen Fanclub», dass ihr der Persönlichkeit Lenzen etwas näher kommt als ich der Charaktere Blofeld. Schaut euch beispielsweise diesen Film unter www.leuphana.de.vu – oder lasst es bleiben!
* Bildquellen: E. S. Blofeld in «You Only Live Twice» (1967) von Wikipedia sowie D. Lenzen, Freie Universität Berlin.
Technorati Tags: fanclub, fu berlin, lenzen, philologische bibliothek
Artikel drucken
Uncategorized
Die abgeschiedensten Ecken der Welt, oder: Ein Blick ins Humboldtsche Bildungsideal
Schlicht und einfach: Danke. Danke Hans Ulrich Gumbrecht vom fernen Stanford für diesen unaufgeregten Kommentar in Zeiten nutzloser Polemik zur deutschen Universitätsreform, zur Exzellenzinitiative und (aber das lese nur ich in die Zeilen hinein) zur Bologna-Reform:
Aber vielleicht liegt all das eifrige Reformieren ja ganz neben jenem Punkt, der für die Effizienz von Lehre und Forschung entscheidend sein könnte, obwohl er kostenirrelevant ist und deshalb kaum je erwähnt wird. Vielleicht würde ja alles – noch – besser, wenn sich die Hochschullehrer in Deutschland (und in den meisten anderen europäischen Ländern) entschliessen könnten, ihren Arbeitstag studierend und forschend, lesend und schreibend auf dem Campus, in den Gebäuden der Universität also, zuzubringen, statt sie bloss einmal pro Woche, und dies allein in der Semesterzeit, zu besuchen – wie früher ein Kolonial-König seine Inseln im Pazifik heimgesucht hatte. (Quelle: NZZ online)
Die meiste Zeit meines Studiums habe natürlich auch ich nicht mit meinen Dozenten auf dem Campus, sondern alleine in Boxen wie diesen auf dem Bild oben verbracht, den wahrscheinlich verlassensten Ecken der Welt. Kleine Pazifikinseln, wo es nur dich und deine Bücher gibt. Tat man den ganzen Tag über nichts, war das in Ordnung. Arbeitete man bis Abends durch, kam höchstens irgendwann die Bibliothekarin vorbei und bimmelte einem mit einer Glocke raus (obwohl: die Glocke gab es nur bei den Historikern, nicht am Kennedy-Institut). Gelegentlich schickte man eine Hausarbeit an einen seiner Dozenten, der weiss ich nicht wo sass, und erhielt irgendwann kommentarlos eine Note zurück. Genannt wurde dieses «selbstständige Aneignen der Welt» Humboldtsches Bildungsideal.
Wovon hätte ich in meinem Studium mehr haben wollen? Ich hatte immer sehr gute Bibliotheken, darüber kann ich mich nicht beklagen. Kommilitonen hätte ich gerne etwas weniger gehabt (auch weil uns ein gesunder Konkurrenzdruck gut getan hätte). Dafür wünschte ich mir wesentlich mehr Zeit mit und von meinen Dozenten. Offene Bürotüren, um konkret zu sein.
Seit meinem ersten Semester (damals noch nicht an der Freien Universität) gehöre ich zu denen, die Veranstaltungen nicht nach Themen, sondern nach Personen aussuchen. Beim sympathischsten Dozenten besuchte ich mein erstes Proseminar und traf damit die richtige Wahl. War es Gadamer der sagte, dass es mit der Bildung eigentlich ganz einfach sei, dass man nur seinen Lehrer lieben müsse, um etwas zu lernen? Ist bei verschlossenen Bürotüren, die sich nur einmal pro Woche und nur in den Semesterferien für eine Stunde öffnen, jedenfalls schwierig.
Und nicht anders ist es letztlich mit der Bologna-Reform. Sie wird dann gelingen, wenn ich als Betroffener (und ich gehöre zu denen, an denen man während ihrem gesamten Studium die Reform ausprobiert hat) bei Problemen zu meinen Dozenten gehen kann und ernst genommen werde (bei dieser Gelegenheit sinngemäss als Kindergärtner bezeichnet zu werden bedeutet: nicht ernst genommen werden). Alles andere ergibt sich von selbst und bedarf vor allem keiner weiteren Polemik.
Technorati Tags: jfki
Artikel drucken
Uncategorized
Meine Leute in irakisch Kurdistan
Gute Nachricht: Die Studierenden der Freien Universität Berlin werden demnächst in irakisch Kurdistan vertreten sein! Einem Bericht der Liberalen Hochschulgruppe zufolge hat das Studierendenparlament unserer Universität dem “AusländerInnen”referat (die politische Interessenvertretung für Ausländer wie beispielsweise: ich) 1500 Euro für eine Reise nach irakisch Kurdistan zugesprochen.
«Irakisch Kurdistan?» wird sich die Leserinnen und Leser fragen. Wo liegt denn so was? Gibt es das überhaupt? Oder ist das nur ein weiterer ominöser Ausgabenposten im Finanzhaushalt des AStA? Wie schaut das denn da aus? Und vor allem: Wir bringen mit unserem finanziellen Beitrag doch niemanden Gefahr, oder?
Wie bei allem Unvertrauten: Besser zuerst einmal in die Google Bildersuche eintippen. Und siehe da: Oh yeah, irakisch Kurdistan sieht doch gar nicht mal so fremd aus:

Habe wir diese Kopfbedeckung nicht schon einmal im Deutschen Bundestag gesehen? Ich meine die von der links. Nicht die von dem in der Mitte. (Einen Wikipedia-Eintrag haben übrigens alle drei.) Ob auch meine Interessenvertreter eine Audienz bei
erhalten werden? Wenn ja: Bitte mit Bild! (Bildnachweis - www.nachtwei.de)
Apropos Audienz (zweites Bild aus der Google-Bildersuchbeute):

Ne: Ist nicht die AStA-Villa in Dahlem. Ist das Zimmer von
(ihr wisst schon: der Irakische Präsident). Die beiden Gästesessel sollten bis zur Ankunft unserer Vertreter geräumt sein. Ansonsten sieht aber alles ganz ordentlich aus, oder? Scheint jedenfalls so, dass unsere Gesandten gut aufgehoben sein werden. Daher meinerseits keine weiteren Fragen. (Bildnachweis - www.nachtwei.de)
Technorati Tags: asta fu
Artikel drucken









