K-Strasse

Studentische Plattform MARGINS stellt sich vor

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Kristin Flade, Rafael Ugarte Chacón und Sascha Förster (v. links n. rechts) haben an diesem Wochenende am Institut für Theaterwissenschaft eine studentische Tagung zum Thema «Randgruppenphänomene und deren Wahrnehmung» veranstaltet, im Rahmen ihrer interdisziplinären studentischen Initiative MARGINS OUT/INcorporated. Grund genug für ein Gespräch über studentische Narrenfreiheit und Abgeschiedenheit:

Was ist die Idee hinter MARGINS?

Kristin: Also ich bin immer mal wieder auf Konferenzen gegangen, an der Uni und ausserhalb, und da sitzt man so und sieht diese klugen Leute die tolle Sachen sagen – oder natürlich auch Sachen wo man sich denkt: Hallo? –, aber irgendwie hatte ich nie den Mut, auch mal etwas zu fragen. Also habe ich überlegt, wie etwas aussehen könnte, wo man keine Angst haben muss, sich durch unqualifizierte Äusserungen zu blamieren, etwa ein studentischer Raum, der dadurch geschützt ist, dass es als Beitragende nur Studierende gibt.


Und warum heisst es Plattform?

Rafael: Wir haben uns überlegt, ob «Konferenz» dafür wirklich der richtige Begriff ist, weil wir nicht eine wissenschaftliche Konferenz 1:1 kopieren, sondern beispielsweise auch Beiträge von Studierenden der Künste aufnehmen wollten. Wir möchten Studenten eine Plattform bieten, auf der sie sich in welcher Form auch immer äussern können.

Also eine studentische Narrenfreiheit nutzen?

Rafael: Na wenn ich als Doktorand auf einer Tagung etwas erzählen sollte, wären die wohl nicht begeistert, wenn ich ne Performance abhalten würde…

Kristin: … und so ist es vielleicht an uns, zu zeigen, dass so was durchaus gehen kann, dass Wissenschaft nicht nur Vortrag ablesen bedeuten muss. Dass wir ausloten, wie Wissenschaft sonst noch sein kann.

Ihr sprecht auch von einer marginalisierten Stimme der Studierenden…

Kristin: Wir sind 35 000 Studierende an der FU und von denen hört man nix; dafür von den 5 % Profs den ganzen Rest. Man ist in der absoluten Mehrheit, aber diese Mehrheit hat kaum eine Stimme. Man erbringt Leistung, Leistung, Leistung, aber sie zeigt nach aussen keine Wirkung. Alles, was man tut, bleibt hinter einem Abschlusszeugnis versteckt.

Ihr plant daher auch eine Publikation?

Kristin: Wir wollen, dass es für diese Äusserung eine Öffentlichkeit gibt. Das war der zweite Ursprungsgedanke: Wenn man sich als Studentin einmal in einem wissenschaftlichen Diskurs äussert, etwa in Form von Hausarbeiten, dann haben diese Äusserung eine sehr geringe Öffentlichkeit. Deshalb wird es bei uns eine Publikation geben. Da soll jedoch auch die Diskussion mit einfliessen. Wer also zur Tagung kommt, kann über einen Vortrag, über einen bestimmten Aspekt oder über die Tagung allgemein einen Text beitragen!

Werfen wir einen Blick in die Zukunft: Was habt ihr noch vor?

Rafael: Wir wollen das ganze jährlich veranstalten. Das hängt aber natürlich von der Resonanz ab und ist auch eine Geldfrage. Nach der Tagung steht aber erst einmal das Redigieren der Texte für die Publikation an!

Weitere Informationen unter:

http://www.margins-plattform.de


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January 13, 2008. K-Strasse. 1 Comment.

Copyright: Creative Commons

One Comment


  1. * Silberlaube.de - Inoffizielles Hauptgebäude der Freien Universität Berlin * replied:

    […] noch immer so was wie ein Maisfeld sähen könnte). Die sympathische studentische Plattform Margins sammelt unterdessen Beiträge für ihre nächste Tagung. Thema: Paradiesische Zustände. […]

    July 6th, 2008 at 7:04 am. Permalink.

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