K-Strasse

Ehrendoktor Reich-Ranicki spielt Ego-Talker Dutschke durch Henry-Ford-Bau*

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Ein Nachrichtenüberblick von und mit
B. A. M. Fischer und David Goldwich

Die «Aktionswoche» des laufenden Protestsemester neigt sich dem Ende entgegen. Ein Aktionsplenum forderte den Rücktritt von Präsident Dieter Lenzen und «Lenzen du Schweinesau» hatte ein Unbekannter auf ein Unigebäude gesprüht. Aus Protest gegen Lenzen, Sexismus und Rassismus haben Studierende im Innenhof der Silberlaube ein Camp errichtet. In der Mensa hat die Grüne Bundestagsfraktion ein Sofa aufgebaut, um zu diskutieren, wie Zugangshürden zur Hochschule eingerissen werden könnten. Daraufhin wurde das Sofa, ebenfalls von «Studierenden», gekapert und aufs Dach verlegt. Wegen Afghanistan. Man sehe keine gemeinsame Diskussionsgrundlage mit den Grünen.

«Grandios programmiert und hocherotisch!» wird Marcel Reich-Ranicki, Ehrendoktor der Freien Universität, auf der Hülle eines Computerspiels zitiert, mit dem man angeblich Rudi Dutschke an der Freien Universität spielen kann. Die Hülle kursiert zur Zeit, ohne dazugehörige DVD, an der Universität. Das Gütesiegel Elke Heidenreich lässt sich darauf zitieren, sie habe das Spiel «unheimlich gern gespielt». Ebenso scheint die Bundeszentrale für politische Bildung von der demokratisierenden Wirkung des Ego-Talkers überzeugt zu sein. «Ein wichtiges Spiel», urteilt sie und stellt es auf Platz 2 ihrer Liste der 36 Computerspiele, die jeder Deutsche Staatsbürger gespielt haben sollte. Noch vor Soltaire (Platz 18) und Minesweeper (Platz 22). Harold Kluge, Professor an der Freien Universität, hatte einst Klage gegen den Hersteller erwogen, wegen Geschichtsverzerrung und Gewaltverherrlichung. Anstatt aus dem Fenster des Erdgeschoss wird Professor Schwan, damals verheiratet mit Gesine Schwan, die für das Amt des Bundespräsidenten kandidieren möchte, aus dem dritten Stock geworfen. Kluge hat das Spiel in der Zwischenzeit «ausgedruckt und durchgelesen» und ist zum Schluss gekommen: «Es hat Fehler!» Einer Zeitzeugin zufolge soll Dutschke nie mit einem Klavier mit der U-Bahn zur Universität gefahren sein.

Eine Rede Richard Löwenthals, zu Dutschkes Zeiten ebenfalls Professor an der Freien Universität, soll sich auch in Dokumentation zur Freien Universität befinden. Götz Aly hatte das Gegenteil behauptet, weil die FU-Dokumentationen von ehemaligen Linksradikalen zusammengestellt worden seien. Trotz dieser Fehler bringe die Bundeszentrale für politische Bildung Alys Buch in Umlauf, bemängelt die Frankfurter Rundschau.

Die Universität Greifswald hat einem ihrer Studenten verboten, unter «Uni-Greifswald-Blog.de» über die Uni Greifswald zu bloggen. Mit dem Inhalt habe diese Entscheidung nichts zu tun. Niklas Fichtenberg, der bei FUwatch über die Freie Universität bloggt, soll «leichte daß/das-schwächen» haben, die jedoch nicht annähernd so stark seien wie jene in einem Beitrag des Berliner Bündnis für Freie Bildung.

*Disclaimer: Silberlaube.de ist ein satirisches Blog.


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May 22, 2008. K-Strasse. No Comments.

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