K-Strasse

Allergische Reaktionen auf Keitel-Kraut

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Überschwemmung in der Mensa. Der Nachrichtenüberblick:

Laut Wissenschaftlern der Freien Universität geht es Heuschnupfen-Allergikern in Deutschland so schlecht wie nie zuvor, und «allergische Reaktionen» attestiert die Liberale Hochschulgruppe auch dem Präsidium der FU: «Das Präsidium dreht durch. Paranoia und taktische Spielchen. Militärischer Dreiklang: Tarnen - Täuschen - Vernichten.» Auslöser der allergischen Reaktionen: Ambrosia (ein Kraut) und Mathias Bartelt (ein Student). Letzterer hatte den «Studienerfolgsbericht» der FU heimlich veröffentlicht. Deshalb will ihn das Präsidium nicht in der «Kommission für Lehre» (KfL). Die Stadt Berlin rät, Ambrosia-Pflanzen noch vor der Blüte zu verklagen und Vizepräsidentin Keitel-Kreidt soll Bartelt gedroht haben, ihn auch ausreissen und «über den Hausmüll entsorgen» zu können. Moment. Da ist etwas durcheinander geraten. Umgekehrt natürlich: Die Stadt Berlin rät, Keitel-Kreidt, ne, schon wieder verkehrt: Kreitel-Kraut auszureissen, und Vizepräsidentin Ambrosia Keitel soll Mathias Bartel gedroht haben, ihn zu verklagen, weil er den «Studienerfolgsbericht» über den Hausmüll entsorgt hatte. Irgendwas stimmt hier nicht. Dem Autor dieser Zeilen geraten gerade die Begriffe durcheinander und die geplante «Superuni» von Bildungssenator Zöllner soll fortan «Superstiftung» heissen, sollte schon immer eine Stiftung werden werden, wurde aber Uni genannt.

Am Dienstag, 17. Juni 2008, findet im Ford-Bau die Firmenkontaktmesse «Get2gether» statt. Unter anderem wird ein Vertreter der «Nummer 3 unter den Drogerieketten in der Bundesrepublik» einen Vortrag halten. Mittelinitialenträger Manuel J. Hartung wird ebenfalls am Dienstag, allerdings an der Humboldt-Universität, darüber diskutieren, «wie Elite» man sein müsse. Jugendliche Repräsentanten der, gemäss Wikipedia, «größten Religion der Erde» haben vergangene Woche in der Mensa zum Filmfestival «La Busqueda» – zu Deutsch: Die Suche – eingeladen. In Steglitz. In einer Wohnung. Bitte klingeln bei Keltner!

Ein Graffitimaler namens Toons aus L. A. hatte einmal behauptet: «If you want to know what’s going on with a city, look at the writing on the wall: you can tell what skill level and what social problems are happening, what’s going on with the youth.» So yeah, hier in unserer Ecke, wo wir Abends in die U-Bahn steigen, also in Dahlem Dorf, da stand bis vor kurzem ARTKSEL, RTKESL oder so was ähnliches. Und jetzt? Was ging hier ab mit der Jugend? Dann wurde der Text übermalt. Mittlerweile hat jemand mit Kreide auf den Boden ein Herz gezeichnet und LENZEN rein geschrieben. Und jetzt? Wie ist es um unsere Skill levels und Social problems bestellt? (mf)


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June 14, 2008. K-Strasse. 1 Comment.

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One Comment


  1. lupe replied:

    ich habe noch allergische reaktionen auf ganz andere dinge: rechtsbürgerliche, dieter bohlen, pro7-unterbrecherwerbung usw.

    June 14th, 2008 at 5:15 am. Permalink.

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