Prof. Dieter Lenzen, Präsident der Freien Universität im Portrait

Ohrensessel*

Präsident der Freien Universität ist Univ.-Prof. Dieter Lenzen. Ein unverkennbarer Charakterkopf, der diesen noch dazu, wann immer es die Gelegenheit erlaubt, durch einen Stehkragen betont. Er war Deutschlands jüngster Hochschullehrer und hält heute Reden über die Zukunft seiner Universität, bei denen man sich im Nachhinein nicht mehr sicher ist, ob sie auf Englisch oder Deutsch gehalten worden waren, weil «Exzellenz», «excellence», «exzellent» und «excellent» ununterscheidbar gleich klingen und die Ansprache aus keinen weiteren – how do you say? – Catchwords bestand.

Manchen Zuschauer (wie den Autoren dieser Zeilen) erinnert er bei solchen Veranstaltungen immer irgendwie an Ernst Stavro Blofeld, diesen bittersüss bornierten Gegenspieler von James Bond. Trifft dort das Heroische auf das Böse, sind die Dialoge bemerkenswert schlicht. Das Böse (mit Katze) offenbart dem Heroischen (Bond oder dem Autoren dieses Text) in einem einzigen Satz seine (eigentlich!) nicht mehr aufzuhaltenden Pläne mit globalen Ambitionen. «Willkommen an der Freien Universität Mister Bond!» sagt das Böse und der Autor im Publikum erwidert erstaunt: «Blofeld!» Doch fährt das Böse unbeeindruckt fort: «Darf ich vorstellen Mister Bond: Die Internationale Netzwerk-Universität!» Darauf der Autor/Bond (als ob den Plan sofort durchschaut) mit «Genial» antwortet und das Böse umgehend korrigiert: «Exzellent!»

* Bildquellen: E. S. Blofeld in «You Only Live Twice» (1967) von Wikipedia sowie D. Lenzen, Freie Universität Berlin.