Ein schächtender Scheich, ein neues Logo für die FU und ein Altbundeskanzler

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Scheich Mohammed Bin Raschid al-Maktum hat die Ehrenmedaille der Freien Universität Berlin erhalten. Tagesspiegel und taz haben darüber berichtet. Der AStA FU hat festgestellt, dass die Berichte unterschiedlich sind. Auf FUwatch werden die Unterschiede diskutiert. Und Herrfischer zweifelt, ob der Scheich tatsächlich Delphine schächtet.

Er wisse nicht, was an dieser neuen Corporate identity auszusetzen sei. Er fände das Logo sehr elegant und dynamisch, meinte mein treuer Mensa-Partner Jon. Metrosexuell (mein Einwand) sei es nicht im Geringsten. Er bitte mich! Wenn, dann sexy. Und natürlich international! Im Gegensatz zu diesem rückwärts gewandten bayrischen Bären, der sowieso nie jemandem gefallen habe. Und ganz abgesehen davon habe meine frühere Uni (Bern) ja auch ein Delphinbecken gehabt! Behauptete Jon und steckt sich triumphierend eine Kartoffel in den Mund.

«Jon, bitte», versuchte ich seine Lobrede zu unterbrechen, «das war nicht die Uni. Das war die Stadt! Und ausserdem war es nicht ein Delphinbecken, sondern ein Bärengraben!» (eine Betongrube, in dem sich die Stadt Bern eine sich ständig reproduzierende Kriegsbeute hält). Hm, meinte Jon. Aber da sei auch ein Delphinbecken gewesen. Wenn nicht, dann hätte ich ihn angelogen und wir müssten jetzt gleich das Thema wechseln und über seine beruflich Zukunft diskutieren! Wo also sei das Delphinbecken gewesen? «Jon, warum sollte eine Uni ein Delphinbecken haben?!» «Warum sollte eine Stadt einen Bärengraben haben?» «Der Bär war das Wappentier!»

«Na ja, vielleicht hat das Delphinbecken auch… ehm… der Mensa zugedient…» nahm Jon den Faden wieder auf. Aber hier wechselte das Gespräch, wie immer, die Richtung und schon folgte ein Jon’sches verquertes Apropos: «Apropos Delikatessendelphine!» begann er und beugte sich zu mir rüber. Ob ich auch von diesen Frachtschiffen gelesen habe, die Delphine lebendig in die Arabischen Emirate transportieren würden, weil man dort, Tradition verpflichtet, die Tiere selbst schächten wolle. 20 000 Delphine auf einem Schiff! Riesige Aquarien auf hoher See! Aber falle mal die Kühlanlage aus, beginne das ganze Wasser in der Hitze der Arabischen Sonne zu kochen und die Tiere würden eines nach dem anderen den Bauch gen Himmel drehen. «Krass, nicht?» schilderte Jon, mehr fasziniert als empört.

«Jon?» unterbrach ich ihn wieder. «Ja?» «Ich glaube das waren Rinder.» «Wer?» «Na die da auf den Schiffen in die Arabischen Emirate transportiert werden. Ich glaube Araber essen keine Delphine.» «Doch doch!» erwiderte Jon. «Dieser Scheich hat welche gegessen! Im Henry Ford-Bau, bei der Verleihung der Ehrenmedaille. Am Spiess!» Sagte er und verspeiste seinerseits eine weitere Kartoffel, die natürlich Styropor im Gegensatz zu Delphinseite sei. Da habe es ein ganzes Buffet gegeben! «Mit einem Delphin am Spiess?» «Na ja», fuhr Jon fort. Der Altbundeskanzler habe dem armen Tier ja so ziemlich die Show gestohlen. Kleiner Wicht, was der sich eigentlich erlaube! Lasse sich stinkfrech neben unserem neuen Wappentier fotografieren, so, als hätte er es serviert, und habe dann noch die Frechheit vor dem Scheich zu behaupten, dass sein Braten, im Gegensatz zu Bushs Gummiente im Irak, wenigstens echt sei!

Passend zum neuen Logo: Die neue «Phil.Bib.Badekappe» – die Philologische Bibliothek als Badekappe, erhältlich im gut sortierten Unishop! Ausserdem: Das Video zum Anlass.


Posted By martin fischer On 13th February 2008 @ 10:40 In K-Strasse | No Comments

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